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„AlphaITsierung“ ist die vierte Kulturtechnik
Mit Grußworten der Bonner Stadtspitze und aus dem Düsseldorfer Ministerium für Schule und Weiterbildung wurde am 07.02.2008 eine Ausstellung der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI) über die Bedeutung und Anwendungsbereiche der IT- Grundkenntnisse in Ausbildung und Beruf in Bonn eröffnet.
Mit Grußworten der Bonner Stadtspitze und aus dem Düsseldorfer Ministerium für Schule und Weiterbildung wurde am 07.02.2008 eine Ausstellung der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik (DLGI) über die Bedeutung und Anwendungsbereiche der IT- Grundkenntnisse in Ausbildung und Beruf in Bonn eröffnet.
„Die amerikanischen Bill of Rights, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in der französischen Revolution, ohne schriftliche Verbreitung hätten sie nie die Bedeutung erlangt“ gab Paul Eschbach, Referatsleiter im NRW-Schulministerium, in seiner Rede zur Eröffnung zu bedenken. Danach erläuterte er, dass Lesen, Schreiben und Rechnen als grundlegende Kulturtechniken allein heute nicht mehr ausreichten. Wörtlich sagte er:„Das Wissen, wie der Computer bedient wird, wie er zum Werkzeug unseres zielgerichteten Schaffens wird, ist eine weitere Kulturtechnik, die heute erlernt werden muss. Vom Friseur-Handwerk, wo die Veränderung der Frisur mit unterschiedlichen Haarschnitten simuliert wird, bis hin zum Mechatroniker, der mit Hilfe eines Computers die Diagnose meines Automotors durchführt: Ohne Computerkenntnisse läuft nichts.“ Darum sei der Erwerb eines international anerkannten Computerzertifikats ein Vorteil für unsere Schülerinnen und Schüler, erhöhe ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb habe das Ministerium 2007 mit der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik einen Vertrag geschlossen, der den Erwerb des Europäischen Computerführerscheins an den Schulen erleichtere.
Besonders erfreulich fand Paul Eschbach, „wie hier in der Ausstellung gezeigt wird, wie bislang benachteiligte Gruppen in unserer Gesellschaft einen Zugang zur IT- Kompetenz erhalten können. Für die DLGI ist ein barrierefreier Zugang zu bestimmten Prüfungsstätten für Rollstuhlfahrer ein besonderes Kriterium, und durch den Einsatz der Braille-Schrift wird beispielsweise sehbehinderten Menschen ermöglicht, sich auf die Prüfung vorzubereiten und sie zu absolvieren. Damit wird ein Beitrag zur gesellschaftlichen Integration geleistet. Bislang benachteiligte Gruppen können eine zusätzliche Qualifikation erhalten.“
Die Bedeutung der IT für den Standort Bonn unterstrich Bonns erster Bürgermeister Horst Naaß gründe auf eine „gesunde Mischung vom Global Player bis zu mittelständischen Unternehmen und ein ausgezeichnetes Arbeitskräftepotenzial in der Region. Bonn gehöre mit seinem Umfeld zu den zehn dynamischsten Standorten Deutschlands, über zehn Prozent der sozialversicherten Angestellten kommen aus der IT- Branche. Die Region Bonn belege in NRW einen Spitzenplatz und den 2. Platz in Deutschland hinter München als innovative IT- Region und habe mit der Deutsche Telekom und der Post AG die beiden größten IT- Arbeitgeber.
Deshalb freue er sich, dass der Europäische Computerführerschein seit über 10 Jahre von Bonn aus helfe, die Grundkompetenz aller Menschen zu verbessern.
„Was vor 10 Jahren mit einer kleinen Initiative in Skandinavien begonnen hat, ist nun zu einer weltweiten Erfolgsgeschichte geworden, ja man kann sagen, zum weltweiten Zentral“abitur“ für Computergrundkenntnisse“, so Thomas Michel, Chef der Dienstleistungsgesellschaft für Informatik und Initiator der Ausstellung. In 148 Ländern ist das ECDL- Zertifikat inzwischen eingeführt und mehr als 7 Millionen Menschen haben es bisher erworben. In Deutschland betreut die DLGI rund 1000 Prüfungszentren, darunter zahlreiche Schulen und Einrichtungen für benachteiligte Menschen der verschiedensten Zielgruppen, die unserer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. Beispielhaft seien genannt: die SOS Kinderdörfer, die verschiedensten REHA- Einrichtungen, Schulen und Berufsförderungswerke für Menschen mit Behinderung, seien es Blinde oder Gehörlose, Projekte für Jugendliche ohne Schulabschluss und Kurse für Migranten.
„Informatik ist Überall“ so leitete Dr. Peter Federer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Informatik sein sehr persönliches Erleben IT- Geschichte ein, von der Wahlauszählung mit Lochkarten 1971 über die Programmiersprache FORTRAN, UNIX, den ersten PC 1986, das erste Laptop in den neunziger Jahren bis heute, wo IT und Informatik die Welt so verändert haben, dass kaum ein Berufsbild mehr ohne Informatikkenntnisse auskommt. Dies, so Federer, sei einer der Kernpunkte der Ausstellung, die barrierefrei gestaltet ist und Mut machen will, dass möglichst alle Menschen chancengleichen Zugang zu IT- Grundkenntnisse erhalten.
Ganze Meldung : Letzte Änderung 17.05.2012, 12:22 Uhr